Im Februar 2025 reichte der Kanton Genf eine Standesinitiative mit dem Titel «Schienennetz. Lasst uns die Anbindung Genfs verbessern!» ein. Die regionale, nationale und internationale Anbindung des Kantons Genf an das Bahnnetz ist laut der Begründung zur Initiative kritisch und hat sich in den letzten Jahren zusätzlich verschlechtert. Insbesondere der Fahrplan 2025 habe die Verbindungen aus und nach Genf deutlich eingeschränkt. Die Intercity- und Interregio-Züge würden seither systematisch in Renens halten – was die Reisezeit nach Genf verlängere –, zudem sei eine Direktverbindung nach Biel, Neuenburg und Basel nur noch zu Stosszeiten ohne Umsteigen möglich. Dabei sei die direkte Strecke langsamer, als wenn man in Renens umsteige. Schliesslich lägen nur wenig Projekte zur besseren Bahnanbindung Genfs vor. Ausnahmen seien dabei eine Motion Français (fdp, VD), welche die Schaffung von Redundanzen auf der Stecke Lausanne-Genf fordert, sowie die Aufnahme des Tunnels Morges-Perroy in den Bahn-Ausbauschritt 2035. Der Kanton Genf forderte darum in seiner Standesinitiative vier Massnahmen: Erstens sollten Studien zur Neubaustrecke zwischen Genf und Lausanne in die nächste Botschaft zum Bahnausbau aufgenommen werden. Zweitens sollte bis zur Inbetriebnahme ebendieser Neubaustrecke die Anbindung des Kantons Genf an den Bahnverkehr auf dem Niveau des Jahres 2018 gesichert werden. Drittens sollte eine zeitnahe Wiederinbetriebnahme der direkten und schnellen Verbindungen nach Neuenburg, Biel und Basel via Jura-Südfusslinie angestrebt werden. Viertens sollte durch intensivierte Verhandlungen mit Frankreich auch die internationale Anbindung Genfs gefördert werden.
Nachdem die KVF-SR die Beratung der Initiative im Oktober 2025 bis zum Vorliegen des ETH-Gutachtens zum Projekt «Verkehr '45» vertagt hatte, entschied die Kommission im Februar 2025, der Initiative mit 10 zu 0 Stimmen (3 Enthaltungen) keine Folge zu geben. Sie könne das Anliegen des Kantons Genf zwar nachvollziehen, die Forderungen der Standesinitiative würden gesamthaft jedoch zu weit gehen. Von der bevorstehenden Vernehmlassung zum Projekt «Verkehr '45» erwarte die Kommission aber eine verkehrsplanerische Gesamtsicht, auch betreffend die Anbindung Genfs.